Das neue Wochenthema im Projekt 52 wurde heute Mittag von Sari bekannt gegeben und wieder fiel mir recht schnell eine passende Umsetzung ein.
Denn auf den Tag genau vor zwei Jahren fegte der Orkan Kyrill über Europa. Ich erinnere mich noch genau daran, dass tagsüber im Radio immer vehementer vor der Nacht gewarnt wurde. Schulen wurden geschlossen und alle wurden gebeten, das Haus nicht unnötig zu verlassen. Irgendwie haben wir alle gedacht, dass die doch wohl maßlos übertreiben. Als es dann los ging, wurden wir schnell eines besseren belehrt. Am 19. Januar 2007 wurden dann nach und nach die Schäden sichtbar. Und das, was wir zu sehen bekamen, war unglaublich. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich zum ersten Mal die Berghänge im Tageslicht gesehen habe. Vor vorher alles voller Wald war, war plötzlich nichts mehr. 70% des Schadens, den Kyrill in Deutschland anrichtete, richtete er in meiner Heimatregion an: fast elf Millionen Festmeter Holz sind gefallen, was ungefähr 330.000 LKW-Ladungen entsprechen würde, wenn man das gesamte Sturmholz abtransportieren würde. Die Aufräumarbeiten sind jetzt seit Herbst 2008 (!) zwar weitgehend abgeschlossen, aber die Hänge haben sich natürlich noch nicht erholt. Es ist noch immer ein fürchterlicher Anblick. Trostlos. Leer. Leblos eben.
Lange Rede, kurzer Sinn: kaum hatte ich das Thema gelesen, habe ich mich in die Klamotten geschmissen und bin zum nahen Wanderparkplatz auf den Berg gefahren. Früher war dort alles voller Wald, jetzt eben nicht mehr. Leider konnte ich nicht wirklich weit in den “Nichtmehrwald” hinein, denn durch den Regen haben sich die Wege in eine einzige Eisbahn verwandelt. Aber ich denke, auch diese Aufnahme gibt einen ganz guten Einblick.
Als ich später wieder zu Hause war, hatten sich meine Hände dem Thema übrigens angepasst: vor Kälte ziemlich leblos.



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